Das Bild zeigt zwei Menschen, die sich abklatschen.
Veröffentlicht: 09.06.2026
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Schritt-für-Schritt-Anleitung für Gründer in der Arbeitskräfteüberlassung

von Die Redaktion
Fachjournalismus, Corporate Publishing und Marketing bei ProSolution

Gründer-Fahrplan für die Arbeitskräfteüberlassung

Planen Sie die Gründung eines Unternehmens für Arbeitskräfteüberlassung?  Dieser Fahrplan unterstützt Sie bei den wichtigsten Schritten auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

1 | Das Unternehmen gründen

Finanzen, strategische Entscheidungen und wichtige Anmeldungen 

Startkapital 

Prüfen Sie vorab genau, ob Sie über ausreichend Eigenkapital verfügen. Bereits bei der Gründung fallen einmalige Kosten und Gebühren an. Kalkulieren Sie zudem liquide Mittel für laufende Kosten wie Büromiete, Versicherungen, Gehälter und Steuerberatung ein und planen Sie unbedingt eine Reserve für Unvorhergesehenes ein. Falls Ihre Mittel nicht ausreichen, benötigen Sie für Gespräche mit Banken oder Investoren einen fundierten Businessplan. 

Rechtsform 

Entscheiden Sie sich für eine passende Rechtsform, beispielsweise eine GmbH oder ein Einzelunternehmen. Achten Sie dabei auf die Unterschiede bei Haftung, Steuern und Gründungskosten. Erstellen Sie, abhängig von der gewählten Rechtsform, einen Gesellschaftsvertrag, der beispielsweise bei einer GmbH verpflichtend ist und notariell beglaubigt werden muss. 

Unternehmen anmelden 

Lassen Sie Ihr Unternehmen im Firmenbuch eintragen. Melden Sie Ihr Gewerbe bei der zuständigen Gewerbebehörde (Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat) sowie beim Finanzamt an. Registrieren Sie Ihren Betrieb zudem bei der Gesundheitskasse (ÖGK). Sobald Sie Ihr Gewerbe anmelden, informiert die Behörde in der Regel die Wirtschaftskammer (WKO). Die Mitgliedschaft in der WKO ist für Sie gesetzlich vorgeschrieben. 

2 | Die Gewerbeberechtigung erlangen

Befähigungsnachweis und persönliche Zuverlässigkeit 

Da die Arbeitskräfteüberlassung ein reglementiertes Gewerbe ist, gelten besondere fachliche und persönliche Anforderungen. Sie müssen der Gewerbebehörde nachweisen, dass Sie sowohl fachlich als auch persönlich zuverlässig und geeignet sind. 

Befähigungsnachweis 

Sie müssen nachweisen, dass Sie die nötigen fachlichen, rechtlichen und kaufmännischen Kenntnisse besitzen. Dies geschieht in der Regel durch eine erfolgreich abgelegte Befähigungsprüfung. Falls Sie diese Prüfung nicht selbst ablegen, müssen Sie einen gewerberechtlichen Geschäftsführer bestellen, der diesen Nachweis erbringt und im Unternehmen entsprechend tätig ist. 

💡Hinweis

Persönliche Zuverlässigkeit: Die Behörde prüft Ihre persönliche Eignung. Dazu dürfen keine Ausschließungsgründe vorliegen, etwa bestimmte finanzstrafrechtliche Delikte oder einschlägige strafrechtliche Verurteilungen.

Unterlagen sammeln 

Bereiten Sie alle Dokumente für die Gewerbeanmeldung sorgfältig vor. Dazu gehören neben dem Befähigungsnachweis auch ein aktueller Identitätsnachweis, eine Strafregisterbescheinigung sowie, falls bereits vorhanden, der Auszug aus dem Firmenbuch. Die Anmeldung erfolgt in der Regel elektronisch über das Gewerbeinformationssystem Austria (GISA) oder direkt bei der Bezirksverwaltungsbehörde. 

Folgende Unterlagen benötigen Sie für die Anmeldung: 

  • Reisepass (falls erforderlich, inklusive Aufenthaltstitel) 
  • Nachweise über akademische Grade, sofern diese eingetragen werden sollen 
  • Erklärung über das Nichtvorliegen von Gewerbeausschlussgründen (alternativ als eidesstattliche Erklärung möglich) 
  • Befähigungsnachweis(e) für das reglementierte Gewerbe der Arbeitskräfteüberlassung 
  • Strafregisterbescheinigung des Herkunfts- bzw. bisherigen Aufenthaltsstaates (nur für Personen, die weniger als fünf Jahre in Österreich wohnhaft sind) 
  • Gesellschaftsvertrag bei Personengesellschaften oder juristischen Personen (z. B. GmbH) 
  • Bestätigung der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK), falls eine externe Person als gewerberechtliche Geschäftsführung bestellt wird 
  • Erklärung der gewerberechtlichen Geschäftsführung über die Tätigkeit im Unternehmen 

3 | Einem Interessenverband beitreten

Netzwerk, Branchen-Know-how und professioneller Austausch 

Als Unternehmer sind Sie automatisch Mitglied der Wirtschaftskammer (WKO). Für Ihren Betrieb gelten damit die kollektivvertraglichen Regelungen der Arbeitskräfteüberlassung von Anfang an verbindlich. Dennoch ist es ratsam, wenn Sie zusätzlich einem freiwilligen Interessenverband wie „Österreichs Personaldienstleister“ beitreten. 

Ein solcher Verband bietet Ihnen nicht nur rechtliche Absicherung. Sie profitieren von einem starken Netzwerk und tauschen sich direkt mit erfahrenen Kollegen aus der Branche aus. Da sich die rechtlichen Rahmenbedingungen laufend ändern, erhalten Sie dort spezialisierte Informationen und praxisnahe Beratung. Zudem verleihen Sie der Branche gemeinsam mit anderen Mitgliedern eine stärkere Stimme gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit. Mit Ihrer Mitgliedschaft zeigen Sie Professionalität und tragen aktiv dazu bei, das Image der Arbeitskräfteüberlassung weiter zu modernisieren. 

4 | Versicherungen abschließen

Wichtige Absicherungen für Sie und Ihr Unternehmen 

Ein umfassender Versicherungsschutz bewahrt Sie vor unvorhersehbaren finanziellen Risiken und ist für die Stabilität Ihres Betriebs unerlässlich. Die gesetzliche Unfallversicherung über die AUVA ist verpflichtend. Die Anmeldung Ihrer Mitarbeiter erfolgt hierbei im Zuge der Registrierung bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK).  

Darüber hinaus sollten Sie unbedingt eine Betriebshaftpflichtversicherung abschließen. Diese schützt Sie vor Forderungen, falls im Rahmen der Überlassung Schäden beim Kunden (dem Beschäftiger) entstehen. Auch eine Rechtsschutzversicherung ist für Personaldienstleister sehr ratsam. Sie hilft Ihnen dabei, sich gegen rechtliche Auseinandersetzungen im Arbeitsrecht oder bei behördlichen Prüfungen abzusichern. Besprechen Sie Ihren individuellen Bedarf am besten mit einem Experten, der die spezifischen Risiken der Arbeitskräfteüberlassung genau kennt. 

5 | Arbeitskräfte finden und binden 

Recruiting und Employer Branding 

Wenn alle Formalia erledigt sind, konzentrieren Sie sich darauf, qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen und langfristig an Ihren Betrieb zu binden. Nutzen Sie für die Suche verschiedene Kanäle wie Online-Jobbörsen, soziale Medien und arbeiten Sie eng mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) zusammen.  

Ein professioneller Internetauftritt mit einem modernen Karriereportal hilft Ihnen dabei, Bewerber direkt anzusprechen und zu überzeugen. Positionieren Sie sich als verlässlicher und attraktiver Arbeitgeber, um sich von der Konkurrenz abzuheben. In Österreich punktet die Branche besonders durch klare gesetzliche Schutzmechanismen, kollektivvertragliche Regelungen und attraktive Sozialleistungen wie den Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF).  

Wenn Sie offen kommunizieren, faire Löhne nach Kollektivvertrag zahlen und eine wertschätzende Führung leben, erhöhen Sie die Chancen auf eine langfristige Mitarbeiterbindung. Ein exzellenter Ruf als verlässlicher Arbeitgeber ist für Ihren langfristigen Erfolg in der Arbeitskräfteüberlassung entscheidend. 

Recruiting-Möglichkeiten im Überblick 

  • Nutzen Sie Online-Jobbörsen auf den großen Plattformen, um eine hohe Reichweite zu erzielen. 
  • Sprechen Sie potenzielle Bewerber über Social Media dort an, wo sie täglich aktiv sind. 
  • Kooperieren Sie mit dem AMS. Der Arbeitsmarktservice bietet direkten Zugang zu Arbeitsuchenden in Ihrer Region. 
  • Bauen Sie eine eigene Website mit integriertem Karriereportal auf.  

Starten Sie ein „Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter“-Programm und nutzen Sie die Netzwerke Ihres bestehenden Teams. 

6 | Die Infrastruktur schaffen

Räumlichkeiten, Software und das interne Team 

Sobald Sie die strategischen Weichen gestellt haben, bauen Sie die operative Basis für Ihr Unternehmen auf. Suchen Sie sich dafür Büroräume, die zentral liegen und einen professionellen Rahmen für persönliche Bewerbergespräche bieten.  

Gleichzeitig stellen Sie Ihr internes Team zusammen. Erfahrene Mitarbeiter in der Personaldisposition und im Vertrieb sind entscheidend für Ihren Erfolg. Besonders wichtig ist Fachpersonal für die Lohnverrechnung, das sich sicher im österreichischen Kollektivvertrag und den gesetzlichen Meldefristen bewegt. 

Ein zentraler Bestandteil Ihrer Infrastruktur ist außerdem eine spezialisierte Branchensoftware. Mit einer Lösung wie WorkExpert automatisieren Sie Ihre täglichen Abläufe von der Bewerberverwaltung bis zur Abrechnung. Die Software unterstützt Sie auch dabei, die Vorgaben des Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetzes effizient und strukturiert umzusetzen. Da das System die Beiträge für den Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF) automatisch berechnet, sparen Sie viel Zeit und vermeiden kostspielige Fehler.

💡Vorteile einer spezialisierten Software

Eine moderne Branchensoftware erleichtert Ihren Arbeitsalltag enorm und sorgt dafür, dass Sie von Beginn an professionell und effizient arbeiten. Profitieren Sie von diesen Vorteilen: 

  • Enorme Zeitersparnis: Digitale Prozesse und automatisierte Abläufe sparen Ihnen wertvolle Ressourcen und senken Ihre Verwaltungskosten deutlich. 
  • Minimale Fehlerquote: Automatisierte Berechnungen verringern das Risiko von Fehlern in der Lohnverrechnung und Kalkulation auf ein Minimum. 
  • Unterstützung für rechtssicheres Arbeiten: Durch regelmäßige Updates arbeiten Sie stets auf Basis aktueller Gesetze (z. B. LSD-BG) und Kollektivverträge. 
  • Alles in einer Lösung: Sie steuern alle Bereiche in einem einzigen, sicheren System. 

Zusätzlicher Gründer-Bonus: ProSolution unterstützt Existenzgründer mit vergünstigten Lizenzkonditionen in der Startphase ihres Unternehmens.

7 | Kunden akquirieren

Vertrieb und Aufbau von Marktvertrauen 

Im letzten Schritt etablieren Sie Ihr Unternehmen am Markt und gewinnen Ihre ersten Kunden. Entwickeln Sie dafür eine klare Vertriebsstrategie und betonen Sie Ihre Branchenexpertise sowie Ihre Verlässlichkeit. Besonders bei neuen Geschäftspartnern punkten Sie, wenn Sie proaktiv belegen, dass Sie alle gesetzlichen Vorgaben der Arbeitskräfteüberlassung lückenlos einhalten. 

Ein entscheidender Faktor in Österreich ist die sogenannte Beschäftigerhaftung. Wenn Sie von sich aus aktuelle Unbedenklichkeitsbescheinigungen der ÖGK und des Finanzamts vorlegen, nehmen Sie Ihren Kunden eine große Sorge:  Diese Dokumente zeigen, dass Sie Sozialversicherungsbeiträge und Steuern ordnungsgemäß abführen, und helfen dabei, Risiken im Rahmen der Beschäftigerhaftung zu reduzieren. Nutzen Sie zudem zufriedene Mitarbeiter und erste erfolgreiche Projekte als Referenzen, um Ihr Image als professioneller und rechtssicherer Partner langfristig zu festigen. 

Quelle Foto: © Adobe Stock / Jacob Lund / 375393399

FAQ

Für die Arbeitskräfteüberlassung benötigen Gründer eine Gewerbeberechtigung, einen Befähigungsnachweis sowie die persönliche gewerberechtliche Eignung. Zusätzlich sind Anmeldungen bei Behörden wie GISA, Finanzamt und ÖGK erforderlich. 

Ja, die Arbeitskräfteüberlassung zählt in Österreich zu den reglementierten Gewerben. Daher müssen fachliche und persönliche Voraussetzungen erfüllt und nachgewiesen werden.

Für die Anmeldung werden unter anderem ein Identitätsnachweis, ein Befähigungsnachweis, gegebenenfalls ein Firmenbuchauszug sowie weitere Dokumente wie Strafregisterbescheinigungen oder Gesellschaftsverträge benötigt.

Besonders wichtig sind die gesetzliche Unfallversicherung über die AUVA, eine Betriebshaftpflichtversicherung sowie eine Rechtsschutzversicherung für rechtliche Streitfälle. 

Mit der Gewerbeanmeldung werden Unternehmen automatisch Mitglied der Wirtschaftskammer Österreich (WKO). Dadurch gelten die kollektivvertraglichen Regelungen der Branche verbindlich.

Typische Recruiting-Kanäle sind Online-Jobbörsen, Social Media, das Arbeitsmarktservice (AMS) sowie eigene Karriereportale auf der Unternehmenswebsite.

Branchensoftware unterstützt Personaldienstleister bei Recruiting, Disposition, Zeiterfassung und lohnrelevanten Prozessen. Dadurch lassen sich Abläufe strukturierter und effizienter organisieren.

Die Beschäftigerhaftung betrifft die Verantwortung von Kundenunternehmen im Zusammenhang mit offenen Sozialversicherungsbeiträgen oder Abgaben eines Überlassers. Unbedenklichkeitsbescheinigungen schaffen hier zusätzliches Vertrauen.

Interessenverbände bieten Zugang zu Branchenwissen, rechtlichen Informationen, Netzwerken und praxisnaher Beratung rund um die Arbeitskräfteüberlassung in Österreich.

Häufig gewählte Rechtsformen sind die GmbH oder das Einzelunternehmen. Welche Form geeignet ist, hängt unter anderem von Haftung, Kapitalbedarf und steuerlichen Anforderungen ab.

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Unser ProSolution Redaktionsteam vereint Erfahrung aus Redaktion, Fachjournalismus und technischer Dokumentation mit fundiertem Know-how aus der Personaldienstleistung. Mit Blick auf die Praxis bereiten wir Produktneuigkeiten und Branchenthemen verständlich und anwendungsnah auf – mit dem Ziel, Sie im Arbeitsalltag konkret zu unterstützen.

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