Zuletzt geändert: 07.04.2026 Veröffentlicht: 02.04.2026
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Wie viel Startkapital benötigen Gründer für eine Arbeitskräfteüberlassung?

von Die Redaktion
Fachjournalismus, Corporate Publishing und Marketing bei ProSolution

Startkapital: Gute Planung ist alles

Alles Wichtige auf einen Blick: 

  • Für die Gründung einer Arbeitskräfteüberlassung in Österreich sollten Sie mit einem Startkapital zwischen 100.000 und 150.000 EUR kalkulieren. 
  • Diese Summe deckt die Gründungskosten, die behördliche Befähigungsprüfung und vor allem die Vorfinanzierung der ersten Löhne und Lohnnebenkosten ab. 
  • Eine solide Liquiditätsreserve hilft Ihnen, die Zeitspanne bis zum ersten Zahlungseingang Ihrer Kunden sicher zu überbrücken. 

Wie ermittelt man den Kapitalbedarf für eine Arbeitskräfteüberlassung? 

Um den Kapitalbedarf für Ihre Gründung exakt zu bestimmen, müssen Sie alle fixen und variablen Kosten – von der Büromiete bis zur Lohnvorfinanzierung – detailliert auflisten. Eine verlässliche Kalkulation berücksichtigt sowohl optimistische als auch vorsichtige Szenarien, um die Liquidität auch bei einem verzögerten Markteintritt sicherzustellen. Besonders kritisch ist dabei die zeitliche Lücke zwischen Lohnzahlung und Kundenzahlung. 

Warum ist eine detaillierte Kostenrecherche für Gründer so wichtig? 

Ermitteln Sie alle Kosten für Ihr individuelles Vorhaben sorgfältig, bevor Sie Ihren Startkapitalbetrag festlegen. Durch eine gezielte Recherche finden Sie heraus, mit welchen Miet- und Betriebskosten Sie an Ihrem Standort rechnen müssen und wie hoch die Personalkosten für interne sowie externe Mitarbeiter ausfallen.  

Wie berechnet man Best-Case- und Worst-Case-Szenarien richtig? 

Bei Kostenfaktoren, deren Höhe Sie im Vorfeld bisher nicht genau einschätzen können, ist es ratsam, sowohl einen Best-Case als auch einen Worst-Case zu berechnen. Während der Best-Case von einem raschen Kundenaufbau ausgeht, berücksichtigt der Worst-Case längere Zahlungsziele der Kunden oder eine langsamere Rekrutierung. Wählen Sie für Ihre Planung einen Betrag, der zwischen beiden Extremen liegt, um finanziell flexibel zu bleiben.

🔎 Experten-Einschätzung

In der Personaldienstleistung in Österreich landet man aufgrund der strengen gewerberechtlichen Auflagen und der hohen Lohnvorfinanzierung schnell bei einem benötigten Startkapital von 100.000 bis 150.000 EUR. Sollten Ihre Berechnungen deutlich niedrigere Zahlen ergeben, prüfen Sie kritisch, ob alle gesetzlichen Rücklagen und Puffer enthalten sind. 

Wie sichern Sie Ihre Liquidität vor und nach dem Start? 

Damit Sie finanziell auf der sicheren Seite sind, sollten Sie Ihr Budget in zwei Phasen planen:  

  1. das Geld, das Sie brauchen, um überhaupt an den Start zu gehen 
  1. und die Summe, die den laufenden Betrieb am Leben hält 

In Österreich benötigen Gründer für die Arbeitskräfteüberlassung eine offizielle Gewerbeberechtigung, bevor der erste EUR fließen kann. 

Welche Kosten fallen an, bevor es überhaupt losgeht?  

Bevor Sie Ihr erstes Team beim Kunden einsetzen, bitten Behörden und Berater Sie bereits zur Kasse. Rechnen Sie hier mit Ausgaben für Notar, Firmenbuch und Befähigungsprüfung bei der WKO. Auch wenn Sie Profis für Steuern oder Recht um Rat fragen, kostet das Geld, noch bevor das Unternehmen offiziell startet.  

Vergessen Sie nicht: Auch das Büro und die ersten Laptops müssen Sie schon vorab bezahlen. 

Welche Ausgaben kommen nach der Gründung auf Sie zu?  

Sobald der Betrieb läuft, wird es erst richtig spannend. Jetzt müssen Sie jeden Monat die Gehälter Ihres Teams, Ihre eigene Miete und die Lohnnebenkosten an die ÖGK (Österreichische Gesundheitskasse) überweisen. Ein ganz wichtiger Punkt: Denken Sie an Ihren eigenen Lebensunterhalt! Sie müssen auch privat Ihre Miete und Ihren Einkauf bezahlen, solange Ihr Unternehmen noch in den Kinderschuhen steckt. 

Warum müssen Sie am Anfang so viel Geld vorstrecken?  

Das ist der Knackpunkt in der Überlassungs-Branche: Ihre Mitarbeiter wollen ihr Geld pünktlich sehen, aber Ihre Kunden lassen sich mit dem Bezahlen der Rechnungen oft Zeit. Am Anfang tragen Sie dieses Risiko allein, weil Sie noch keine hohen Einnahmen haben, die diese Lücken füllen. Sie fungieren gewissermaßen als Bank für Ihre Kunden und strecken die Löhne vor – deshalb brauchen Sie von Tag 1 an ein ordentliches finanzielles Polster. 

Welche Kosten fallen für Rechtliches und die Behörden an? 

Bevor Sie den ersten Mitarbeiter einstellen, müssen Sie einige bürokratische Hürden nehmen. In Österreich brauchen Sie für die Arbeitskräfteüberlassung eine offizielle Gewerbeberechtigung, einen Notar für den Gesellschaftsvertrag und einen Platz im Firmenbuch. Rechnen Sie hier mit Kosten, die sich – je nach Rechtsform – auf ein paar tausend EUR summieren können. 

Was kostet die Gewerbeberechtigung für die Arbeitskräfteüberlassung?  

Bei einer Arbeitskräfteüberlassung handelt es sich um ein „reglementiertes Gewerbe“. Das heißt: Sie dürfen nicht einfach so loslegen. Sie müssen beweisen, dass Sie das Handwerk beherrschen (Befähigungsnachweis). Wenn Sie die Prüfung bei der Wirtschaftskammer (WKO) selbst ablegen, kosten die Prüfungsgebühren meist zwischen 400 und 600 EUR. 

Was kostet der Eintrag ins Firmenbuch?  

Wenn Sie als GmbH starten, müssen Sie Ihr Unternehmen ins Firmenbuch eintragen lassen. Das kostet beim zuständigen Handelsgericht meist zwischen 350 und 500 EUR.  

Tipp: Dank des Neugründungs-Förderungsgesetzes (NEUFÖG) können Sie sich viele dieser Stempelgebühren und Verwaltungsabgaben sparen. Fragen Sie dazu unbedingt vorher bei der WKO nach! 

Wie hoch sind die Notarkosten bei einer GmbH-Gründung? 

An einem Notar führt kein Weg vorbei, wenn Sie eine GmbH gründen. Er setzt den Gesellschaftsvertrag auf und beglaubigt alles. Für eine Standard-Gründung sollten Sie hier mit 1.500 bis 2.500 EUR rechnen. Wer allein gründet, kann oft ein vereinfachtes Verfahren nutzen und damit ein wenig Geld sparen. 

Wie viel Stammkapital müssen Sie für eine GmbH einzahlen?  

Das ist der größte Brocken, normalerweise brauchen Sie für eine GmbH in Österreich 35.000 EUR Stammkapital, wovon die Hälfte sofort bar auf dem Konto liegen muss. Es gibt aber eine Erleichterung: die Gründungsprivilegierung. Dabei müssen Sie bei der Gründung insgesamt nur 10.000 EUR festlegen und davon lediglich 5.000 EUR sofort bar einzahlen. Das schont Ihre Liquidität in den ersten Jahren enorm. 

Wann macht eine professionelle Beratung Sinn?  

Sich alles selbst anzulesen, kostet Zeit und Nerven. Ein guter Steuerberater oder spezialisierter Anwalt hilft Ihnen, von Anfang an alles richtig zu machen – besonders bei den Überlassungsverträgen. Eine umfassende Gründungsberatung kann zwar 2.000 bis 4.000 EUR kosten, bewahrt Sie aber vor noch teureren Fehlern.

💡 Tipp von ProSolution

Werden Sie Mitglied in einem Fachverband oder nutzen Sie die Services der WKO. Dort bekommen Sie oft rechtssichere Vertragsmuster für Ihre Arbeitsverträge und die Überlassungsmitteilungen, ohne das Rad neu erfinden zu müssen. 

Auf einen Blick: Kostenfaktoren Rechtliches

Posten Ungefähre Kosten 
Befähigungsprüfung (WKO) ca. 500 Euro 
Firmenbuch-Eintrag ca. 400 Euro (oft NEUFÖG-befreit) 
Notar (Gesellschaftsvertrag) ca. 2.000 Euro 
Stammkapital-Einlage (Bar) mind. 5.000 Euro (privilegiert) 
Gewerbe-Anmeldung Meist kostenlos (NEUFÖG) 

Welche Kosten fallen für Büro und Ausstattung an? 

Für Ihr Büro und die technische Basis sollten Sie mit Kosten zwischen 10.000 und 20.000 Euro für die Grundausstattung rechnen. Das umfasst nicht nur die Miete und Möbel, sondern auch die komplette IT-Infrastruktur sowie die Ausrüstung für Ihre externen Mitarbeiter. 

Wie viel müssen Sie für Miete, Kaution und Standort einplanen?  

Die Mietpreise hängen stark von der Lage ab. Rechnen Sie bei den Nettomieten im Schnitt mit 15 bis 18 Euro pro Quadratmeter. Wenn es Sie direkt in die City zieht, landen Sie schnell bei 20 Euro, während Spitzenlagen bis zu 28 Euro kosten können. Wichtig: Zu der Nettomiete kommen durchschnittlich 4bis 6 Euro für Betriebskosten (inkl. Heizung und Kühlung) hinzu. Auf die gesamte Summe schlägt das Finanzamt noch einmal 20 % Umsatzsteuer auf. 

💡 Rechenbeispiel

Ein kleines 50-m²-Büro (Durchschnittslage) kostet Sie ca. 850 Euro Nettomiete + 250 Euro Betriebskosten = 1.100 Euro exkl. MwSt. Inklusive 20 % Steuer müssen Sie also monatlich 1.320 Euro auf den Tisch legen. Planen Sie als Kaution meist 3 bis 6 Bruttomonatsmieten ein.

Welche Vorschriften gelten für Büromöbel und Ergonomie?  

Das Auge arbeitet mit, aber der Gesetzgeber schreibt in Österreich über das Arbeitnehmerschutzgesetz (ASchG) und die Bildschirmarbeitsverordnung (BS-V) genau vor, wie gesund ein Arbeitsplatz sein muss. Das Arbeitsinspektorat achtet besonders auf ergonomische Sessel und die richtige Beleuchtung. 

  • Schreibtische & Stühle: Ein höhenverstellbarer Tisch kostet ab ca. 400 Euro, ein ergonomischer Drehsessel, der Rückenbeschwerden vorbeugt, startet bei etwa 350 Euro. 
  • Stauraum: Für Rollcontainer und Aktenschränke sollten Sie jeweils ab 200 Euro einplanen. 
  • Küche & Konferenz: Vergessen Sie nicht die Büroküche (Kaffeemaschine, Kühlschrank, Mikrowelle) und die Einrichtung für Besprechungen mit Kunden oder Bewerbern (Tisch, Stühle, Präsentationstechnik). 

Tipp: Mit hochwertigen gebrauchten Büromöbeln können Sie Ihre Anfangskosten massiv senken, ohne bei der Ergonomie zu sparen. 

Welche Hardware und IT-Infrastruktur benötigen Sie?  

Ohne eine solide IT läuft in der Personaldienstleistung heute nichts mehr. Sie brauchen Hardware, die zuverlässig funktioniert. Es muss aber nicht immer der High-End-Gaming-PC sein. 

  • Rechner: Geeignete Laptops oder PCs gibt es ab ca. 700 Euro. 
  • Zubehör: Rechnen Sie pro Arbeitsplatz mit einem Monitor (ab 150 Euro), Tastatur und Maus (Set ab 40 Euro) sowie einem kabellosen Headset (ab 80 Euro). 
  • Drucker: Auch wenn wir digital arbeiten, brauchen Sie für Verträge oft noch einen Multifunktionsdrucker. Planen Sie hierfür ab 300 Euro ein. 

Warum ist die passende Software ein großer Hebel?  

Ihre Hardware ist nur so gut wie die Software, die darauf läuft. Sie brauchen eine Lösung, die den gesamten Prozess – vom Inserat über die Zeiterfassung bis zur Lohnverrechnung – automatisiert. Eine branchenspezifische Software wie ProSolution hilft, Prozesse von Recruiting bis Abrechnung rechtssicher zu bündeln und Fehler zu vermeiden. 

Was kosten Büromaterialien wie Papier und Ordner?  

Planen Sie für die Grundausstattung ein paar Hundert Euro ein. Unterschätzen Sie nicht die „Kleinigkeiten“. Stifte, Ordner, Briefumschläge und Druckerpapier läppern sich. Wenn Sie von Anfang an auf ein weitgehend digitales Büro setzen, können Sie hier aber langfristig viel Geld sparen und zudem die Umwelt schonen.  

Wie viel kosten Werkzeug und Arbeitskleidung für Externe?  

Je nachdem, welche Branche Sie bedienen, müssen Sie Ihre Mitarbeiter ausstatten. Im gewerblichen Bereich sind Sie als Überlasser oft verpflichtet, die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) zu stellen. 

  • Kleidung & Schutz: Sicherheitsschuhe, Helme und Arbeitskleidung kosten pro Person schnell 250 bis 400 Euro. 
  • Werkzeug: Müssen Sie Ihren Mitarbeitern eigenes Werkzeug mitgeben, steigen die Kosten pro Kopf deutlich an. 
  • Firmenfahrzeuge: Falls Sie Autos leasen oder kaufen, planen Sie nicht nur die Raten, sondern auch die vom Autohaus verlangten Sicherheiten und Kautionen ein. 

Welche Pflichtabgaben fallen für ORF-Beitrag und AKM an?  

Seit 2024 ist das System rund um den ORF-Beitrag für Firmen neu geregelt. 

  • ORF-Beitrag: Jedes Unternehmen muss pro Gemeinde einen Beitrag zahlen, der sich nach der Anzahl der Mitarbeiter richtet. Bei bis zu 10 Mitarbeitern zahlen Sie aktuell ca. 15 Euro pro Monat. 
  • AKM: Wenn Sie in Ihren Räumen Musik öffentlich abspielen – zum Beispiel Radio im Wartebereich oder bei einer Firmenfeier – fallen Gebühren an die AKM an. Die Höhe können Sie online bei der AKM ermitteln. 

Auf einen Blick: Kostenfaktoren Büro und Ausstattung 

Kostenstelle Geschätzter Betrag 
Miete, Betriebskosten & Kaution Standortabhängig (Puffer für 3 Monate einplanen) 
Büromöbel (Tisch, Sessel, Schrank) ab ca. 950 € pro Arbeitsplatz 
Büroküche & Konferenzraum ab ca. 2.000 € (einmalig) 
Hardware (PC, Monitor, Headset) ab ca. 1.100 € pro Arbeitsplatz 
Software (ProSolution) nach Lizenzmodell 
Drucker (Multifunktion) ab ca. 300 € 
PSA & Werkzeug (pro externem MA) ca. 300 € bis 600 € 
ORF-Beitrag ab ca. 180 € pro Jahr 
AKM (Musik) je nach Nutzung 

Welche Versicherungen brauchen Sie für Ihren Personalservice? 

In der AKÜ tragen Sie als Unternehmer eine hohe Verantwortung – nicht nur für Ihr eigenes Team, sondern auch für die Fehler, die Ihre überlassenen Arbeitskräfte beim Kunden machen könnten. In Österreich sind Sie zudem mit strengen Gesetzen wie dem Lohn- und Sozialdumping-Bekämpfungsgesetz (LSD-BG) konfrontiert. Ein solider Versicherungsschutz ist daher kein Luxus, sondern Ihre finanzielle Lebensversicherung. 

Warum ist die Betriebshaftpflichtversicherung in der AKÜ Pflicht?  

Die Betriebshaftpflicht springt ein, wenn durch Sie oder Ihre überlassenen Mitarbeiter Personen- oder Sachschäden entstehen. In Österreich ist besonders wichtig, dass die Versicherung auch Tätigkeiten in verschiedenen Branchen (z. B. Gewerbe, Bau oder Industrie) abdeckt, da hier das Schadensrisiko höher ist. 

  • Kosten: Rechnen Sie für den Start mit mindestens 600 bis 1.000 Euro pro Jahr. 
  • Wichtig: Achten Sie darauf, dass auch echte Vermögensschäden mitversichert sind. Je nach Branche, in die Sie überlassen, variieren die Prämien stark – ein Handwerksbetrieb ist teurer zu versichern als ein reiner Büroservice. 

Was bringt eine Warenkreditversicherung (Forderungsausfallversicherung)?  

Das größte Risiko  ist die Zahlungsunfähigkeit eines Kunden. Da Sie die Löhne und die hohen Lohnnebenkosten (Dienstgeberanteile zur Sozialversicherung) pünktlich vorstrecken müssen, kann ein großer Forderungsausfall Ihre Existenz bedrohen. 

  • Schutz: Die Versicherung (z. B. ACREDIA) entschädigt Sie meist zu 80 bis 90 %, wenn Ihr Kunde insolvent wird. 
  • Kosten: Für Einsteiger gibt es oft Pauschaltarife ab ca. 2.500 bis 5.000 Euro im Jahr, abhängig vom versicherten Umsatzvolumen. 

Warum ist eine Rechtsschutzversicherung für Gründer so wichtig?  

Das österreichische Arbeitsrecht ist komplex. Ob es um die Einstufung im Kollektivvertrag (KV), Streitigkeiten mit der ÖGK oder Vorwürfe wegen Unterentlohnung geht – ein Rechtsstreit wird schnell teuer. Eine Firmenrechtsschutzversicherung übernimmt Anwalts-, Gerichts- und Gutachterkosten. 

  • Kosten: Rechnen Sie mit ca. 350 bis 500 Euro pro Jahr. 
  • Tipp: Achten Sie darauf, dass der Daten-Rechtsschutz (wegen der DSGVO/DSG) und der Sozialversicherungs-Rechtsschutz inkludiert sind. 

Wie schützt die Inhaltsversicherung Ihr Büro-Inventar?  

Diese Versicherung ist quasi die „Hausratversicherung“ für Ihre Geschäftsräume. Sie schützt bei Einbruch, Brand, Leitungswasserschäden oder Sturmschäden an Ihrer IT und den Büromöbeln. 

  • Kosten: Bei einer Versicherungssumme von ca. 25.000 Euro für ein kleines Büro liegen die Kosten bei etwa 150 bis 250 Euro pro Jahr. 

Wann brauchen Sie eine gewerbliche KFZ-Versicherung?  

Falls Sie Firmenwagen für den Außendienst oder Sammelbusse für Ihre Mitarbeiter leasen oder kaufen, benötigen Sie eine gewerbliche Versicherung. In Österreich wird hier oft das „Bonus-Malus-System“ herangezogen, sofern kein Fuhrparktarif vereinbart wird. Planen Sie hier vor allem bei Vollkasko-Schutz entsprechende Fixkosten ein. 

📌 Achtung bei den Schätzungen: Die genannten Beträge sind Richtwerte für 2026. Ein Personaldienstleister im Bereich Montage/Bau mit 20 Mitarbeitern und eigenem Fuhrpark kommt schnell auf jährliche Versicherungskosten von 7.500 bis 9.000 Euro. 

Versicherung Jährliche Kosten (ca.) Besonderheit AT 
Betriebshaftpflicht 700 €+ Deckung für verschiedene Branchen prüfen 
Warenkredit 3.000 €+ Essenziell wegen Lohnvorfinanzierung 
Rechtsschutz 400 €+ Muss Arbeits- & Sozialversicherungsrecht decken 
Inhaltsversicherung 200 € Schützt teure IT & Einrichtung 
KFZ (Gewerblich) Je nach Fuhrpark Bonus-Malus-Einstufung beachten 

Welche Pflicht-Mitgliedschaften müssen Sie einplanen? 

In Österreich kommen Sie an bestimmten Mitgliedschaften rechtlich nicht vorbei. Diese Institutionen sichern Sie zwar ab oder vertreten Ihre Interessen, kosten aber natürlich Geld. Damit Ihr Startkapital nicht schon im ersten Quartal schrumpft, sollten Sie die jährlichen Beiträge für die Wirtschaftskammer, die Unfallversicherung und den Sozial- und Weiterbildungsfonds fest einplanen. 

Was kostet die Pflichtmitgliedschaft in der Wirtschaftskammer (WKO)?  

Jeder, der in Österreich ein Gewerbe anmeldet, ist automatisch Mitglied in der Wirtschaftskammer (WKO). Für Sie als Arbeitskräfteüberlasser ist die Fachgruppe der „Gewerblichen Dienstleister“ zuständig. Hier wird einmal im Jahr die sogenannte Grundumlage fällig. 

  • Grundumlage: Die Höhe variiert je nach Bundesland, liegt aber für den Start meist zwischen 150 Euro und 600 Euro pro Jahr. 
  • Kammerumlage (KU): Wenn Ihr Unternehmen wächst, kommen weitere Umlagen hinzu, die sich nach Ihrem Umsatz und der Lohnsumme richten. Diese werden meist direkt mit den Steuern und Sozialabgaben verrechnet. 

Wie funktioniert die Unfallversicherung über die AUVA?  

Eine weitere Mitgliedschaft betrifft die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA). Hier sind Ihre Mitarbeiter gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten geschützt. Das Gute für Sie: Sie müssen sich nicht um eine separate Anmeldung kümmern, das läuft automatisch über die Sozialversicherung. 

  • Beitrag: Aktuell zahlen Sie als Dienstgeber etwa 1,1 % der Bruttolohnsumme an die AUVA. Das gehört zu Ihren klassischen Lohnnebenkosten, die Sie monatlich an die ÖGK abführen. 

Warum ist der Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF) für Sie Pflicht?  

Das ist eine echte Besonderheit für unsere Branche. Wenn Sie Arbeiter (Gewerbe/Bau/Industrie) überlassen, müssen Sie einen Beitrag an den Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF) leisten. Dieser Fonds unterstützt überlassene Arbeitskräfte etwa bei Arbeitslosigkeit oder durch Förderungen für Weiterbildungen. 

  • Beitrag: Rechnen Sie hier mit einem fixen Prozentsatz (derzeit ca. 0,35 %) der Bruttolohnsumme Ihrer überlassenen Arbeiter. Da dieser Betrag monatlich anfällt, summiert er sich bei einem großen Team schnell auf. 

Lohnt sich die freiwillige Mitgliedschaft bei „Österreichs Personaldienstleister“ (ÖPD)?  

Die Mitgliedschaft in Österreichs Personaldienstleister (ÖPDL) ist zwar freiwillig, aber gerade für Gründer extrem wertvoll. Sie bekommen dort rechtliche Beratung, fertige Vertragsmuster und sind immer up to date, was neue Gesetze angeht. 

  • Kosten: Die Beiträge starten für kleine Betriebe oft bei rund 110 Euro pro Monat. Das ist gut investiertes Geld, um teure Anfängerfehler im Arbeitsrecht zu vermeiden. 

💡 Key Takeaway: In Österreich sind die WKO-Grundumlage und der SWF-Beitrag Fixstarter in jedem Budget. Nutzen Sie NEUFÖG, um bei der ersten Grundumlage eventuell Gebühren zu sparen! 

Auf einen Blick: Kosten für Mitgliedschaften 

Institution Beitragshöhe (ca. 2026) Pflicht? 
Wirtschaftskammer (WKO) 150 € bis 600 € (Grundumlage/Jahr) Ja 
AUVA (Unfallversicherung) 1,1 % der Lohnsumme Ja 
Sozialfonds (SWF) 0,35 % der Lohnsumme (für Arbeiter) Ja 
Österr. Personaldienstleister ab ca. 1.300 € pro Jahr Nein, aber empfohlen 

Warum treiben die Personalkosten das Startkapital in die Höhe? 

Die Personalkosten sind in der Arbeitskräfteüberlassung der mit Abstand größte Brocken in Ihrer Kalkulation. Da Sie Ihre Mitarbeiter monatlich bezahlen müssen, die Zahlungen Ihrer Kunden aber oft erst Wochen später eintreffen, benötigen Sie ein massives finanzielles Polster für die Vorfinanzierung. Rechnen Sie damit, dass Sie auf den Bruttolohn Ihrer Angestellten und Arbeiter zusätzlich etwa 30 % bis 32 % an Lohnnebenkosten (Dienstgeberanteile) drauflegen müssen. 

Wie hoch sind die Lohnnebenkosten in Österreich?  

In Österreich zahlen Sie als Arbeitgeber nicht nur das Bruttogehalt, sondern auch eine Reihe von Abgaben, die Ihre Gesamtkosten erhöhen. Zu den wichtigsten Positionen gehören: 

  • Dienstgeberanteil zur Sozialversicherung (ÖGK): ca. 21 %. 
  • Kommunalsteuer: 3 % (geht an die Gemeinde Ihres Standorts). 
  • Dienstgeberbeitrag (DB) & Zuschlag (DZ): ca. 4 % für den Familienlastenausgleichsfonds. 
  • Betriebliche Vorsorge (MVK): 1,53 % (Abfertigung Neu). 
  • Sozial- und Weiterbildungsfonds (SWF): 0,35 % (speziell für die Überlassungsbranche). 

Was müssen Sie bei den Sonderzahlungen (13. und 14. Gehalt) beachten?  

In fast allen österreichischen Kollektivverträgen (KV) ist festgeschrieben, dass Mitarbeiter Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld haben. Das bedeutet für Sie: Sie zahlen pro Jahr nicht 12, sondern 14 Gehälter. Diese Sonderzahlungen müssen Sie in Ihrer monatlichen Rücklagenbildung unbedingt berücksichtigen, da sie die jährliche Lohnsumme und damit Ihren Kapitalbedarf deutlich erhöhen. 

Warum ist die Vorfinanzierung so riskant?  

Das ist die größte Falle für junge Unternehmen in der Überlassung: Die zeitliche Lücke. Ihre Mitarbeiter und das Finanzamt wollen ihr Geld pünktlich sehen, doch viele Kunden in der Industrie oder am Bau nutzen lange Zahlungsziele von 30 oder 60 Tagen. In dieser Zeit fungieren Sie quasi als Bank für Ihre Kunden. Wenn Sie dann nicht genug Liquidität haben, um die Löhne vorzustrecken, steht der Betrieb sofort still. 

Brauchen Sie sofort interne Mitarbeiter?  

Alleine werden Sie die Flut an Aufgaben – von der Rekrutierung über die Kundenakquise bis zur rechtlich sicheren Abrechnung – kaum bewältigen. Planen Sie daher von Anfang an mindestens eine interne Unterstützung (z. B. in Teilzeit) ein. Auch hier fallen neben dem Gehalt die vollen Lohnnebenkosten an. 

💡 ProSolution-Tipp: Kalkulieren Sie als absolutes Minimum drei Monatsgehälter inklusive aller Lohnnebenkosten als Puffer für jeden Mitarbeiter ein. Nur so überstehen Sie die Phase, bis die ersten Kundenzahlungen verlässlich fließen. 

Alle Personalkosten auf einen Blick 

Kostenpunkt Zusammensetzung 
Bruttolohn (Extern) Je nach Branche und Kollektivvertrag (KV) 
Lohnnebenkosten ca. 30–32 % zusätzlich zum Brutto 
Sonderzahlungen Aliquotes Urlaubs- und Weihnachtsgeld (13./14. Gehalt) 
Internes Personal Gehalt + Lohnnebenkosten für Backoffice/Recruiting 
Eigenes Gehalt Deckung Ihrer privaten Lebenshaltungskosten 

Wie viel Budget sollten Sie für das Marketing einplanen? 

Damit Kunden und Bewerber Ihr neues Unternehmen überhaupt finden, müssen Sie in Ihre Marke investieren. Planen Sie für den Start – je nach Anspruch – zwischen 3.000 und 7.000 Euro für Website, Logo und die erste Sichtbarkeit ein. In der Arbeitskräfteüberlassung gewinnt nicht der mit dem größten Büro, sondern derjenige, der digital am besten gefunden wird. 

Warum ist die Website Ihr wichtigster Vertriebskanal?  

Egal ob ein Industrieunternehmen Personal sucht oder sich ein Facharbeiter bewerben möchte: Der erste Weg führt fast immer über Ihre Website. Hier entscheiden Sekunden darüber, ob Sie seriös wirken. Sie haben drei Möglichkeiten, Ihre Seite aufzubauen: 

  • Baukasten-Systeme (Wix, Squarespace): Ideal für den Start, wenn Sie selbst Hand anlegen wollen. Die monatlichen Abos kosten nur ein paar Euro, Hosting und SSL-Zertifikat sind meist dabei. 
  • Content-Management-Systeme (WordPress): Der Standard. Die Software ist kostenlos, aber Sie brauchen ein Hosting-Paket (bei österreichischen Anbietern wie World4You ab ca. 10–15 € pro Monat) und eventuell Kauf-Lizenzen für Design-Vorlagen. Wenn das ein Profi für Sie aufsetzt, rechnen Sie ab ca. 1.500 Euro. 
  • Individuelle Programmierung: Teuer, aber maßgeschneidert. Hier landen Sie bei Agenturen schnell bei 5.000 Euro aufwärts. 

💡 Tipp: Achten Sie darauf, dass Ihre Website von Anfang an mobil optimiert ist. Die meisten Bewerber schauen sich Ihre Jobs am Smartphone an, während sie im Bus sitzen oder Pause machen. 

Wie werden Sie bei Google & Co. gefunden? (SEO)  

Was nützt die schönste Seite, wenn sie niemand findet? Suchmaschinenoptimierung (SEO) sorgt dafür, dass Sie bei Suchbegriffen wie „Job Monteur Linz“ oder „Personalvermittlung Graz“ ganz oben auftauchen. Da Sie als Startup gegen Platzhirsche antreten, brauchen Sie Ausdauer. Wenn Sie die SEO-Betreuung an Profis auslagern, sollten Sie monatlich ab ca. 500 Euro einplanen. Wer Zeit hat, kann die Basics (gute Texte, richtige Überschriften) mit Tools auch selbst lernen. 

Was kostet ein unverwechselbares Logo?  

Ihr Logo ist das Gesicht Ihrer Firma. Es muss auf dem Briefpapier genauso gut aussehen wie auf dem Smartphone oder einem T-Shirt. Ein erfahrener Grafikdesigner berät Sie auch bei der Farbwahl und stellt sicher, dass Sie keine Urheberrechte verletzen. 

  • Kosten: Rechnen Sie im mittleren Bereich mit 500 bis 1.500 Euro. Billig-Logos aus dem Netz sind oft Massenware und rechtlich riskant. 

Wie machen Sie offline auf sich aufmerksam?  

Ein Schild am Eingang Ihres Büros ist in Österreich nicht nur eine Frage des Stils, sondern oft auch eine gewerberechtliche Notwendigkeit, damit man Ihren Betrieb findet. 

  • Beschilderung: Ein professionelles Firmenschild kostet zwischen 300 und 800 Euro. 
  • KFZ-Branding: Wenn Sie mit dem Auto zu Kunden fahren, ist eine Folierung die günstigste Werbung, die Sie kriegen können. Rechnen Sie mit ca. 500 bis 1.000 Euro pro Fahrzeug. 

Kostenfaktor Marketing: eine Übersicht 

Maßnahme Geschätzte Kosten (AT) 
Website (Profi-Basis) ab 2.000 € 
Hosting & Domain ca. 150 € / Jahr 
Logo-Design 500 € bis 1.500 € 
SEO (monatlich) ab 500 € 
Außenwerbung & KFZ 500 € bis 1.500 € 

Woher kommt das Geld für Ihre Gründung? 

Sie haben nun eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was der Start in die Arbeitskräfteüberlassung kostet. Aber wie kratzt man diese Summe zusammen? In Österreich gibt es dafür verschiedene Wege – oft ist ein Mix aus eigenen Ersparnissen, Förderungen und einem Kredit die beste Lösung. 

Wann ist ein Bankkredit der richtige Weg?  

Der klassische Weg führt zur Hausbank. Damit die Bank „Ja“ sagt, brauchen Sie eine saubere Bonität und einen glasklaren Businessplan. 

  • Besonderheit in Österreich: Fragen Sie gezielt nach dem ERP-Gründungskredit. Das ist ein spezielles Programm für Startups mit sehr günstigen Fixzinsen und langen Laufzeiten. 
  • Tipp: Da Sie den Kredit zurückzahlen müssen, planen Sie die Raten so ein, dass Sie auch in ruhigeren Monaten nicht ins Schwitzen kommen. 

Wie gewinnen Sie einen Investor für Ihre Idee?  

Wenn Sie jemanden kennen, der Geld übrig hat und an Ihre Vision glaubt, kann ein Investor der Turbo für Ihr Wachstum sein. Im Gegenzug beteiligen Sie diese Person am Gewinn oder geben Firmenanteile ab. 

  • Business Angels: In Österreich gibt es Netzwerke für private Geldgeber (wie die invest austria), die neben Kapital oft auch wertvolle Kontakte in die Industrie mitbringen. Klären Sie aber vorher genau, wie viel Mitspracherecht der Investor bekommt. 

Welche staatlichen Förderungen gibt es in Österreich?  

Hier wird es spannend, denn der Staat greift Gründern unter die Arme. 

  • AWS (Austria Wirtschaftsservice): Die AWS bietet nicht nur Kredite, sondern auch Haftungen an. Das bedeutet: Wenn Sie keine Sicherheiten für die Bank haben, springt die AWS für Sie ein. 
  • NEUFÖG (Neugründungs-Förderungsgesetz): Das ist fast geschenktes Geld. Wenn Sie die Kriterien erfüllen, sparen Sie sich bei der Gründung viele Gebühren (Firmenbucheintrag, Stempelsteuern etc.) und sogar einen Teil der Lohnnebenkosten im ersten Jahr. 
  • Regional: Schauen Sie auch in Ihrem Bundesland (z. B. Wirtschaftsagentur Wien oder SFG in der Steiermark) vorbei – dort gibt es oft zusätzliche Zuschüsse. 

Warum ist Eigenkapital Ihr wichtigstes Fundament?  

Egal wie viele Förderungen Sie finden: Ohne eigenes Erspartes wird es schwer. Die meisten Banken verlangen einen Eigenkapitalanteil von mindestens 20 %. Das zeigt nicht nur, dass Sie an sich selbst glauben, sondern senkt auch Ihre monatliche Zinslast. Aber Achtung: Wenn es schiefgeht, ist dieses Geld weg. Je mehr Eigenkapital Sie mitbringen, desto besser ist Ihre Verhandlungsposition. 

Fazit: Eine gute Planung ist Ihr finanzieller Airbag 

Am Ende des Tages entscheidet Ihre Liquidität darüber, ob Ihr Unternehmen abhebt oder am Boden bleibt. Bevor Sie also den Mietvertrag unterschreiben oder die erste Anzeige schalten, nehmen Sie sich die Zeit für eine ehrliche Kalkulation. 

Wieviel Startkapital Sie wirklich brauchen, hängt von vielen Faktoren ab – von Ihrem Standort, der gewählten Rechtsform und vor allem davon, wie schnell Sie wachsen wollen. Wenn Sie einen ordentlichen Puffer einplanen, auf moderne Tools wie die von ProSolution setzen und Ihre Kosten im Griff haben, steht dem Erfolg nichts im Weg.

Quellen & weiterführende Literatur: 

  • Austria Wirtschaftsservice (AWS) (2026): Förderungen und Kredite für Startups. Online verfügbar unter: https://www.aws.at 

Foto: kunakorn / 516060084

Autor
Die Redaktion
Fachjournalismus, Corporate Publishing und Marketing | ProSolution

Unser ProSolution Redaktionsteam vereint Erfahrung aus Redaktion, Fachjournalismus und technischer Dokumentation mit fundiertem Know-how aus der Personaldienstleistung. Mit Blick auf die Praxis bereiten wir Produktneuigkeiten und Branchenthemen verständlich und anwendungsnah auf – mit dem Ziel, Sie im Arbeitsalltag konkret zu unterstützen.

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